FRAGEN UND LÖSUNGEN

Wie bei allen Projekten, die in der Nähe einer Ortschaft realisiert werden sollen, haben Sie als Anwohner auch zu unserem Vorhaben Fragen und möglicherweise Bedenken. Unser Ziel ist es, diese Fragen so sachkundig wie möglich zu beantworten und Unsicherheiten und Ängste zu nehmen. Unsere Antworten basieren vielfach auf unserer langjährigen Erfahrung im Tagebau aber auch auf wissenschaftlichen Studien und Fachgutachten zum konkreten Vorhaben auf Hengen. Alle Gutachten, auf die wir uns nachfolgend beziehen, stellen wir hier sukzessive online.

Haben Sie Ihr Thema nicht gefunden oder haben Sie weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie uns bitte.

Simulation Steinbruch Hengen Anpassungen

Übersichtbild mit vorgenommenen Anpassungen

Wie viel Wasser wird für den Betrieb des Steinbruchs Hengen benötigt und woher wird es genommen?

Die benötigte Wassermenge hängt stark von den Witterungsbedingungen ab. Bei normaler trockener Witterung reicht eine Wassermenge von 20-30 m³ pro Tag aus. An sehr heißen und sonnigen Tagen trocknet die Fahrbahn schneller ab und wir müssen häufiger bewässern, so dass die Wassermenge dann auch auf 40–60 m³ ansteigen kann. Das verwendete Wasser stammt aus unserer werkseigenen Wasserversorgung.

Wie kann ich mir eine Ausgleichszahlung von Schaefer Kalk an die Gemeinde Beselich vorstellen?

Grundlage für eine solche Zahlung ist eine vertragliche Vereinbarung zwischen Schaefer Kalk und der Gemeinde, in der die Rahmenbedingungen genau definiert und festgelegt werden. Für die Unternehmen ist diese Ausgleichszahlung ein fester Teil der jährlichen Betriebskosten wie auch z.B. Energie, Betriebsmittel, Ersatzteile, Dienstleistungen u.ä. Für die Gemeinde ist diese Ausgleichszahlung ein fester Bestandteil der jährlichen Einnahmen über deren Verwendung sie frei verfügen kann, unabhängig von gesetzlichen Umlagen oder anderen Abgabeverpflichtungen.

Im Fall eines Verkaufs des Standortes oder gar des Unternehmens gehen diese rechtsverbindlichen Verträge an den neuen Eigentümer über. Im unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz muss zunächst differenziert werden, ob der Geschäftsbetrieb a) aufgrund einer positiven Fortführungsprognose weitergeführt wird, oder ob b) in letzter Konsequenz der Betrieb eingestellt wird.

a) Wird der Betrieb fortgeführt, haben bestehende Verträge weiter Gültigkeit. Hierunter würde auch ein Vertrag über eine Ausgleichszahlung fallen.

b) Wird der Betrieb, und damit auch der Steinbruchbetrieb, eingestellt, entfällt die Geschäftsgrundlage für die Zahlung eines Ausgleichsbetrags, der direkt an den Steinbruchbetrieb gekoppelt ist. Insofern würden höchstwahrscheinlich die Zahlungen entfallen, genauso wie die Auswirkungen des Steinbruchbetriebs entfallen würden.

Unabhängig davon sind dann die Auflagen zur Renaturierung zu erfüllen, die gesetzlich vorgeschrieben und über Bankbürgschaften abgesichert sind.

Ist die Renaturierung eines ausgebeuteten Steinbruchs im Fall eines Verkaufs oder einer Insolvenz gesichert?

Ja!

Der Umfang und die durchzuführenden Maßnahmen der Renaturierung werden im Rahmen des Genehmigungsverfahrens festgelegt und als verbindliche Auflage der erteilten Genehmigung dem Unternehmen auferlegt.

Zur Absicherung dieser Auflagen müssen Bürgschaften bei Banken hinterlegt werden, um auch für den Fall einer Insolvenz sicherzustellen, dass die Auflagen zur Renaturierung erfüllt werden. Zusätzlich bildet das Unternehmen während der Dauer des Abbaubetriebs Rücklagen für die Renaturierung, die dann gegen die tatsächlich anfallenden Kosten, die Teil der normalen Betriebsausgaben sind, aufgelöst werden. Die Höhe der Bürgschaften und auch die Höhe der zu bildenden Rücklagen sind gesetzlich geregelt und orientieren sich an den zu erwartenden Gesamtkosten zur Renaturierung gemäß den Auflagen aus der Genehmigung.

Die Renaturierung erfolgt schrittweise in Abhängigkeit zum Abbaufortschritt. Bereits während des laufenden Abbaubetriebs erfolgt diese in den Bereichen, in denen die Abbaugrenzen erreicht sind, d.h. im Bereich der Böschungen und teilweise auf den obersten Sohlen schon nach wenigen Jahren.

Im Fall eines Verkaufs eines einzelnen Standorts oder des gesamten Unternehmens bleiben die Auflagen unverändert bestehen und gehen als Verpflichtungen, die untrennbar mit der Betriebsgenehmigung verbunden sind, auf den neuen Eigentümer über. Wird der Betrieb und damit auch der Steinbruchbetrieb eingestellt, sind die Auflagen zur Renaturierung, die über Bankbürgschaften abgesichert sind, trotzdem umzusetzen. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.

Ist es richtig, dass Kalk in der Industrie in erster Linie zum Binden von CO2 eingesetzt wird?

Nein, das ist falsch!

Kalk wird in vielen Herstellungsverfahren als Prozesshilfsmittel eingesetzt: zur Neutralisation, zur pH-Wert-Einstellung und um Nebenbestandteile sowie Schadstoffe aus Schmelzen, Abgasen und Prozessrückstände zu binden.
Calcium als Wirkstoff selbst wird zum Beispiel in Baustoffen für den Haus- und Straßenbau eingesetzt, aber auch in Lebensmitteln und Pharmaerzeugnissen bis hin zu resorbierbaren Knochenimplantaten.

Viele dieser Prozesse sind zwingend notwendig, um Stähle, Kunststoffe, Trinkwasser, PVC für Fensterprofile, Rohrleitungen und Elektrokabel herzustellen. Bei der Abwasseraufbereitung, der Stromerzeugung, der Müllverbrennung, wird Kalk eingesetzt, um hier nur einige Beispiele zu nennen.

All das sind Produkte oder Prozesse, die wichtig sind, damit wir unser Leben so führen können, wie wir es gewohnt sind.

Warum ist Ressourcenschonung für Schaefer Kalk wichtig?

Der ressourcenschonende Umgang mit dem Rohstoff Kalkstein und den daraus gewonnenen Kalkprodukten ist für Schaefer Kalk unverzichtbarer Bestandteil verantwortungsvollen Unternehmertums. Dem tragen wir Rechnung: mit selektivem Gesteinsabbau im Steinbruch, optischen Sortierverfahren in der weiteren Gesteinsaufbereitung, einem breiten Produktportfolio, um die natürlich anfallenden Rohstoffe mit ihren Schwankungen einer bestmöglichen qualitativen Nutzung zukommen zu lassen, und mit modernen Maschinen, Anlagen und Prozessen für eine energieeffiziente Herstellung unserer Produkte; was auch von unabhängigen Dritten anerkannt und bestätigt wird.

Auch auf Seiten unserer Kunden ist die effiziente Nutzung von Kalk Grundvoraussetzung für verantwortungsvolles und nicht zuletzt auch wirtschaftliches Handeln. Unsere hochqualitativen Produkte kommen dem, aufgrund des höheren Anteils an reaktiven Wirkstoffen, entgegen.

Wie viel Sprengstoff genau wird pro Sprengung eingesetzt und wie läuft eine Sprengung ab?

Beim Sprengen geht es darum, die entstehende Energie zum Lösen des Gesteins zu nutzen. Diese Energie erzeugt auch Erschütterungen. Da das Verluste sind, versucht man diese gering zu halten, d.h. möglichst wenig Sprengstoff pro Zündzeitstufe einzusetzen. Es wird daher nur so viel Sprengstoff eingesetzt, wie nötig ist. Hier sind das ca. 80kg pro Bohrloch. Die Anzahl der Bohrlöcher hängt von der Qualität und der aktuellen Steinbruch Geometrie ab und schwankt zwischen 10 und 40. Das entspricht 800-3200kg pro Sprenganlage. Die Erschütterungen hängen nur von der Menge Sprengstoff je Zündzeitstufe=Bohrloch ab und nicht von der Gesamtmenge, wie häufig angenommen.

Warum ist für Hengen kein eingehaustes Förderband geplant?
Auf den Bürgerversammlungen, die im letzten Jahr im Februar und im August stattgefunden haben, und auch in nachfolgenden Gesprächen ist eins der großen Themen der Anwohner die zu erwartende Lärmintensität.
 
Auch wenn ein Förderband technisch problemlos möglich ist, haben wir uns für den Transport über eine Werkstraße entschieden.
Kalksteine können nur gebrochen sinnvoll über ein Förderband transportiert werden, das heißt, wir hätten im Steinbruch Hengen einen mobilen Brecher vorsehen müssen. Das Brechen der Steine ist mit Lärm verbunden. Wir haben daher nach einer geräuschärmeren Alternative gesucht.  
 
Für den Transport der überlagernden Erdmassen, müssen wir jedenfalls eine Werksstraße anlegen, da dieser Abraum zur sukzessiven Verfüllung des Steinbruchs Schneelsberg Nordost sinnvoll nur per Lkw erfolgen kann. Somit ist die Erstellung der Werkstraße so oder so erforderlich. Weder der Transport des Abraums noch der spätere Transport der Kalksteine erfolgt über öffentliche Straßen.
 
Beim späteren Aufladen der Kalksteine auf Schwerkraftwagen werden wir darauf achten, dass deren Mulden mit Gummiböden ausgestattet sind, sodass die Lärmentwicklung bei der Beladung möglichst gering gehalten werden kann. Wir hoffen, damit den Anwohnern weitest möglich entgegengekommen zu sein.
Warum ist der Steinbruchaufschluss wichtig?

Der geplante Steinbruch Hengen sichert die Zukunft des Werkes Steeden, ein Standort, an dem schon seit mehreren Generationen Kalkstein verarbeitet wird. Ohne den Aufschluss des Steinbruchs wird das Werk in ca. zehn Jahren – wenn der Steinbruch Schneelsberg NO ausgebeutet ist –  geschlossen werden müssen. Eine Versorgung mit Kalk aus unserem Werk in Hahnstätten wäre weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.

Mit der Schließung des Werkes in Steeden würden die dortigen 75 Arbeitsplätze direkt, aber auch weitere Positionen in Zentralabteilungen unseres Unternehmens, sowie solche, die unmittelbar mit dem Werk in Steeden zusammenhängen, z. B. bei Dienstleistern, Handwerksbetrieben und Zulieferern, verloren gehen. Gerade im ländlichen Raum stehen Arbeitsplätze auch immer für die Sicherung und Verbesserung von Infrastruktur.

Wie groß wird der Steinbruch?

Der Steinbruch Hengen wird eine Gesamtabbaufläche von 20 ha haben. Die Tiefe, von der Steinbruchkante aus gesehen, beträgt an seiner flachsten Stelle im Norden 55 m und an der tiefsten Stelle im Süden 110 m. Der Steinbruchrand wird mit ca. 1.500 m Hecken umpflanzt und mit den bestehenden 200 m Hecke, die erhalten bleiben, mit dem Wald verbunden. Hinzu kommen ca. 7 ha  Ausgleichsflächen, die als extensives Weideland genutzt werden, und 3 ha Waldfläche mit Teichen.

Welche Lärmentwicklung habe ich zu erwarten?

Wir wissen – genauso wie Sie –, dass ein Steinbruch nicht geräuschlos betrieben werden kann. Die Hauptgeräuschquellen (neben den Sprengungen) sind das Verladen der gewonnenen Steine auf Schwerlastkraftwagen sowie der Transport zur Aufbereitung. Das für den Aufschluss auf Hengen erstellte Lärmgutachten bestätigt, dass die wahrnehmbaren Geräusche in allen umliegenden Ortschaften, selbst im Hauptbetrieb, deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte bleiben werden.

Das werden wir tun, um die Lärmbeeinträchtigung gering zu halten:

  1. Wir werden vor Ort im Steinbruch keinen mobilen Brecher einsetzen! Das Zerkleinern wird wie bisher erst in der bestehenden Aufbereitung durchgeführt.
  2. Wir werden für den Abtransport nur Schwerlastkraftwagen einsetzen, deren Mulden mit Gummiböden ausgestattet sind. Dadurch reduziert sich die Geräuschentwicklung beim Aufladen der Steine deutlich. (Diese Maßnahme ist im Gutachten noch nicht berücksichtigt.)

Wir werden den Steinbruch nur von montags bis freitags von 6 bis 20 Uhr betreiben. Es wird keinen Betrieb an Samstagen und in den späten Abendstunden geben.

 

In der schalltechnischen Immissionsprognose werden die zu erwartenden Geräuschimmissionen durch den Abbaubetrieb sowie den Transportverkehr ermittelt.

Zusammenfassung der schalltechnischen Immissionsprognose.

 

Die schalltechnische Immissionsmessung ermittelt den Ist-Zustand des aktuellen Steinbruchbetriebes Steeden, Abbaubereich Schneelsberg Nordost.

Welche Staubentwicklung habe ich zu erwarten?

»Wo gehobelt wird, da fallen Späne«, heißt es im Volksmund – und in einem Steinbruch wird es auch Staub geben. Doch im eigentlichen Steinbruchbetrieb ist die Staubentwicklung gering. Das kann jeder sehen, der uns heute im bestehenden Steinbruch in Schneelsberg besucht. Darüber hinaus bestätigt ein entsprechendes Staubgutachten diese Fakten.

Wie entsteht Staub sonst noch?

  1. Vor allem bei trockenem Wetter kann loses Material durch die Transportfahrzeuge von der Fahrbahn aufgewirbelt werden. Bei wenig Wind ist das kein Problem. Der Staub fällt dann wieder dort herunter, wo er aufgewirbelt wurde.
  2. An trockenen und windigen Tagen kann Staub aufgewirbelt werden. Wir sehen am bestehenden Steinbruch, dass die entstehenden Stäube nicht über größere Distanzen verschleppt werden. Dennoch werden wir mit der Gestaltung und dem Betrieb der Fahrstraße zwischen Steinbruch und Aufbereitung einer möglichen Staubentwicklung entgegenwirken. Wir werden außerdem die Randbereiche mit Böschungen versehen, die dann entsprechend bepflanzt werden. Die Fahrbahn wird kontinuierlich instand gehalten und insbesondere bei Trockenheit bewässert.

Trotz unserer Maßnahmen werden wir Staubemissionen nicht zu 100 Prozent verhindern können. Vorliegende Gutachten erbringen den Nachweis, dass die verbleibenden Emissionen weit unterhalb der gesundheitlichen Grenzwerte liegen. Für die besonders sensible Kategorie Feinstaub (Schwebstaub) wurden umfangreiche Untersuchungen in Steinbrüchen der Kalkindustrie durchgeführt. Auch hier bleibt festzustellen, dass gesetzliche Grenzwerte nicht verletzt werden.

 

Im spreng- und erschütterungstechnischen Gutachten wird die Lage des geplanten Neuaufschlusses beschrieben und die Vorgehensweise zum Abbau des Gesteins sowie das vorgesehene Sprengverfahren erläutert.

Sind Sprengungen gefährlich? Und: Wie häufig wird gesprengt?

Nein! Sprengungen sind dann nicht gefährlich wenn alle gesetzlichen Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden. Darauf zu achten ist unsere Verpflichtung und Teil unseres Selbstverständnisses. Beim Sprengen verwenden wir ausschließlich modernste und hochentwickelte Sprengstoffe und -verfahren, die mögliche Erschütterungen und Lärmentwicklungen auf ein Minimum reduzieren. Unsere erfahrenen Mitarbeiter stellen dies sicher.

  1. Heute sind für den Abbau im Steinbruch Schneelsberg pro Jahr etwa 30 bis 40 Sprengungen notwendig. Das wird auch im Steinbruch Hengen ausreichen. In der Startphase werden gegebenenfalls mehrere kleinere Sprengungen in kürzeren Abständen notwendig sein. Als Service bieten wir Ihnen an, Sie rechtzeitig vor einer Sprengung per SMS zu informieren.
  1. Die Sprengungen führen nicht zu Schäden an Gebäuden – das zeigen die Erfahrungen aus vielen Jahren Abbau an anderen Standorten. Im Rahmen von Beweissicherungsverfahren und kontinuierlicher Beobachtung von Gebäuden in nächster Nähe zu unserem Steinbruch in Hahnstätten konnten keine Gebäudeschäden durch Sprengungen beobachtet werden. Die Distanzen zum Steinbruch Hengen werden deutlich größer sein und somit auch eine mögliche Wahrnehmung erheblich reduziert.
  1. Besonderes Augenmerk bedarf der Altbergbau in Schupbach und Umgebung. Erste gutachterliche Aussagen zu Untersuchungen in vergleichbaren Gebieten und auch unsere eigenen Erfahrungen aus dem Gebiet Schneelsberg Nordost, in dessen Umfeld ebenfalls vielfach Bergbau betrieben wurde, haben ergeben, dass keine Gefahr für Sprengschäden zu erwarten ist. Ein ausführliches Gutachten hierzu wird nach Fertigstellung ebenfalls veröffentlicht.
  1. Sollten wider Erwarten durch den Steinbruchbetrieb nachweislich Schäden auftreten, werden wir als Unternehmen hierfür selbstverständlich einstehen. Wir werden Gebäude im Rahmen eines Beweissicherungsverfahrens vor dem Aufschluss des Steinbruchs – natürlich für Sie kostenlos – begutachten. Fachlich geeignete Gutachter können durch uns selbst, die Gemeinde oder in Absprache mit dem Hausbesitzer festgelegt werden.
Wird Hengen Süd nicht mehr benötigt?

Mit dem Aufschluss von Hengen Nord ist die Kalksteinversorgung für das Werk Steeden zunächst für viele Jahre sichergestellt. Hengen Süd würde dann ohnehin erst in etwa 25 Jahren zur Beantragung anstehen, sodass wir hierfür jedenfalls die Erfahrungen des Aufschlusses Hengen Nord mit einbeziehen wollen. Mit dem unverwertbaren Material, das beim Aufschluss von Hengen Süd anfällt, werden wir dann schon beginnen, Hengen Nord zu verfüllen und einer zügigen Renaturierung zuführen, um die Gesamtfläche des aktiven Abbaubereiches so gering wie möglich zu halten.

Was haben die Gemeinden vom Steinbruch?

Die Gewerbesteuerzahlungen an die Gemeinden hängen von der Anzahl der innerhalb der Gemeindegrenzen direkt beschäftigten Mitarbeiter ab. Da in einem Steinbruch nur wenige Menschen arbeiten, fällt diese für Beselich nur sehr gering aus. Daher wird Schaefer Kalk eine Ausgleichszahlung in adäquater Höhe leisten, die dann ausschließlich der Gemeinde Beselich zugutekommt und nicht durch Umverteilungen gemindert wird.

Außerdem fördert Schaefer Kalk schon immer Vereine, soziale Einrichtungen und kulturelle Vorhaben in den Sitzgemeinden.

Was wird mit der Naherholung auf Hengen?

Es ist uns ein Anliegen, dass der Steinbruchbetrieb einer Freizeitnutzung nicht entgegensteht. Wir werden dazu, wie in Hahnstätten, Wanderwege anlegen. Wir wollen auch dort einen Aussichtspunkt einrichten. Diejenigen, die sich für den Abbau interessieren, sollen so die Möglichkeit bekommen, einen Blick in den Steinbruch zu werfen. Bei Interesse legen wir z. B. auch gerne einen Lehrpfad an. Hier nehmen wir gerne auch Ihre Anregungen auf.

Wird die Trinkwasserqualität leiden?
  1. Seit weit über 100 Jahren wird in der Umgebung der Trinkwassergewinnungsanlagen von Beselich und Runkel Kalkstein gewonnen. In der gesamten Zeit war die Trinkwasserversorgung nicht beeinträchtigt und die Wasserqualität auf dem in Deutschland üblichen hohen Niveau.
  2. Auf einen Antrag zum Abbau unterhalb des Grundwasserspiegels werden wir vorerst verzichten können. Genauso wie wir es beim bestehenden Steinbruch Schneelsberg Nordost getan haben. Im Zuge des Abbaus werden wir weitere Untersuchungen und langjährige Dokumentationen erstellen. Diese können – entsprechende Ergebnisse vorausgesetzt – zu einem späteren Zeitpunkt als Grundlage für einen wasserrechtlichen Antrag dienen. Genauso sind wir auch im Steinbruch  Schneelsberg vorgegangen.

Die hydrogeologische Untersuchung zeigt Ergebnisse im Bezug zu der im Umfeld des geplanten Tagebaus Hengen befindlichen Trinkwassergewinnungsanlage.

Zusammenfassung der hydrogeologischen Untersuchung.

Hat der Steinbruch Auswirkungen auf die Sicherheit der Gasversorgung?

Nein. Die bestehende Gasleitung verläuft über 200 m nördlich und über 500 m östlich der Abbaugrenze. Sie ist daher in keiner Weise negativ von dem Vorhaben betroffen. Außerdem wird sie schon heute kontinuierlich durch den Gasversorger überwacht.

Gibt es Nachteile für die Natur?

Auch wenn es ungewöhnlich klingt: Genau das Gegenteil ist der Fall. Aus Natur- und Umweltschutzperspektive ist der Aufschluss eines Steinbruchs oft auch eine Chance für die Natur, insbesondere im Vergleich zur intensiven Landwirtschaft. Denn nicht erst nach Abschluss einer Lagerstättennutzung, sondern bereits während der Gewinnung und Verarbeitung der Rohstoffe ergreifen seltene Arten aus Flora und Fauna von den ansonsten rar gewordenen freigelegten Trockenflächen, Rohböden, kleinen Steinhaufen und Flachwasserzonen Besitz. Mehr dazu hier.

Von wo aus wäre der Steinbruch sichtbar?

Der Steinbruch selbst wäre aufgrund seiner Lage auf einem Hügel weder von Schupbach noch von Eschenau aus sichtbar. Die Hecken, die bereits mehrere Jahre vor dem Aufschluss gepflanzt werden, verhindern zusätzlich einen direkten Blick auf den Steinbruch. Ein vorhandener Wald verhindert die Sicht von Niedertiefenbach einsehbar.

Von der Wallfahrtskapelle aus ist der Steinbruch in ungefähr einem Kilometer Entfernung sichtbar. Dieser Blick wird allerdings zu großen Teilen durch bereits bestehende Bäume und Sträucher geprägt. Das grundsätzliche Landschaftsbild wird relativ wenig verändert.

Wird es eine große Abraumhalde geben?

Nein! Bevor der Steinbruch überhaupt genutzt werden kann, muss das darüberliegende Erd- und Gesteinsmaterial abgetragen und gelagert werden. Wir haben hierfür die Abbauplanung für den Steinbruch Schneelsberg Nordost geändert. Das beinhaltet auch den Verzicht auf Abbaumengen. Wir können somit schon früher mit dessen Teilverfüllung beginnen. Das bedeutet: Die ursprünglich einmal geplante Abraumhalde wird nicht benötigt!

Was passiert, wenn der Steinbruch Hengen nicht kommt?

Das Kalksteinvorkommen im Steinbruch Schneelsberg NO reicht noch für ca. zehn bis zwölf Jahre. Eine spätere Versorgung mit Steinen z. B. aus unserem Werk Hahnstätten ist weder wirtschaftlich noch verkehrstechnisch vertretbar. In der näheren Umgebung sind keine abbauwürdigen Kalksteinvorkommen bekannt.

Sollte der Steinbruch Hengen nicht kommen, wird das Kalkwerk in Steeden in etwa zehn Jahren geschlossen. Damit verlieren nicht nur unsere 75 Mitarbeiter in Steeden ihren Arbeitsplatz, es werden auch Stellen bei uns nahestehenden Dienstleistern und Zulieferern in der Umgebung wegfallen. Gerade im ländlichen Raum sind Arbeitsplätze und die damit verbundene Infrastruktur wichtige Argumente für Zuzug und Fortbestehen.

Gibt es Absprachen zwischen Schaefer Kalk und den Naturschutzverbänden?

Die Naturschutzverbände wurden, wie die Gemeindevertreter, im Vorfeld über das Vorhaben informiert, Verhandlungen hat es keine gegeben, sondern einen Meinungsaustausch. Aus Sicht der Naturschützer gab es keine Einwände gegen das Vorhaben.

Gibt es in den umliegenden Orten eine zusätzliche Verkehrsbelastung durch Lkws?

Nein! Für den Transport der Steine und des Abraums werden die Lkws keine öffentlichen Straßen nutzen. Der Verkehr zwischen Steinbruch und Werk erfolgt ausschließlich über Werkstraßen.

Werden Tiere, z. B. Pferde, durch die Abbaugeräusche bzw. die Sprengungen  verschreckt?

In Hahnstätten gibt es einen Pferdehof in etwa 170 m Entfernung zum Abbaugebiet des Merschelbruchs. Hier gibt und gab es keine Probleme mit verschreckten Pferden – und das, obwohl Pferde Fluchttiere sind. Der Hof ist bei Reitern äußerst beliebt, die von hier aus gerne Ausritte in die umliegenden Wiesen, Felder und Wälder starten.

Wozu wird Kalk überhaupt benötigt?

»Jeder Bundesbürger verbraucht täglich etwa 250 g gebrannte und 5,5 kg ungebrannte Kalk- und Dolomiterzeugnisse.«
(Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie: www.kalk.de)

Kalk – und vor allem der hochwertige Kalk aus Steeden – ist ein wichtiger Rohstoff für viele Produkte in unserem täglichen Leben.

Kalk steckt in ganz vielen Dingen des täglichen Lebens, von A wie Arzneimittel bis Z wie Zahnpasta. Kalk ist unersetzlich bei der Herstellung von Grundstoffen wie Glas, Kunststoff und Papier. Die Industrie braucht ihn als chemisches Reaktionsmittel. Sodaproduzenten benötigen Kalk für die Herstellung von Nahrungs- und Waschmittel. Kalk ist in der Eisen- und Stahlproduktion unverzichtbar. Auch Baustoffe wie Putze und Mörtel, Kalksandstein und Porenbeton werden mit Kalk hergestellt.

Kalksteine dienen auch als Baumaterial für Lärmschutzwände und zur dekorativen Gestaltung von Gärten und Parks.

Wie hoch ist die aktuelle Lärmbelästigung in Schupbach und Eschenau?

Die ausführliche schalltechnische Immissionsmessung zeigt aktuelle Messungen aus den Ortschaften Schupbach und Eschenau.